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  Kinosternon cruentatum
 


Die Rotwangenklappschildkröte (Kinosternon scorpioides cruentatum)




WF Kinosternon scorpioides cruentatum, männlich


Im März 2011 zog ein adultes Päarchen Kinosternon cruentatum ein.

Beide sind wahrscheinlich aus Nicaragua.



WF Kinosternon scorpioides cruentatum, weiblich




Diese Art kommt aus tropischen Gegenden und macht somit keine Winterstarre. Sie gehört normalerweise zu den kleinbleibenderen Arten, wobei diese Lokalform mit 15 cm (Weibchen) und 14 cm (Männchen) doch eher zu den mittelgroßen Tieren gehört.

Die Tiere sind einzeln untergebracht in jeweils eigenen Becken. Gesellschaft leisten lediglich ein paar red fire Garnelen, Guppys und Platys.

Becken Weibchen: L 110 cm x T 70 cm x H 40 cm

Becken Männchen: L 115 cm x T 50 cm x T 40 cm. 


Natürliches Verbreitungsgebiet

Mittelamerika


durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart

12-15cm


Aktivitätszeit

ganzjährig aktiv.


Einrichtung Aquarium:

Möglichst großer Wasserteil, Sand als Bodengrund, viel Strukturierung mit Pflanzen, Wurzeln, Strukturrückwand, Hamburger Mattenfilter, etc. Die Tiere leben eher in verkrautetem Wasser. Sie können zwar nach Eingewöhnung durchaus schwimmen, aber sie bewegen sich doch eher kletternd und laufend durchs Wasser. Es sind keine ausdauernden Schwimmer, somit sollte bei hohem Wasserstand immer Klettermöglichkeiten zur Wasseroberfläche und dort auch in Form von Wurzeln und Pflanzen Ausruhmöglichkeiten vorhanden sein. Vor allem bei Jungtieren! Weibchen sollten immer einen Eiablageplatz zur Verfügung haben.

Die vorigen Becken








Eiablagep
latz

Bei den neuen Becken habe ich für die Rückwand Aquariummörtel verwendet. Ich muss sagen, ich bin begeistert. Es ist total einfach anzumischen und aufzutragen. Je nach Geschmack können noch Strukturen, kleinere Steine, Wurzeln, u.s.w. reingearbeitet werden. Ich habe braunen Sand als Bodengrund gewählt und auch auf die Rückwand passend eine dünne Schicht auf dem noch nassen Mörtel verteilt. So bekommt die Rückwand ein natürlicheres Aussehen.



Um einen höheren Wasserstand als in den alten Becken hinzubekommen, habe ich das Glasbecken als Landteil beibehalten, aber diesmal mit Silkon auf Plastikrohre gestellt. Auch die Front des Landteilbeckens wurde mit dem Aquariummörtel und dem braunen Sand verkleidet und fügt sich so in das Gesamtbild sehr gut ein. Unter dem Landteil ist für das Weibchen auch noch eine zusätzliche Versteckmöglichkeit entstanden, die auch recht gerne genutzt wird. Die grauen Rohre sind etwas mit einer Wurzel verdeckt und fallen so kaum noch auf.

Der Hamburger Mattenfilter war aufgrund der Tiefe leider nicht mehr einfach zwischen Rück- und Vorderseite einzuklemmen. Er wurde über die Ecke mit 2 Glasstreben installiert. Betrieben wird er mit 11 W Eheim compact 600 Pumpen.


Mindestanforderungen an den Platz


Mindestens (!) 100x40cm Schwimmfläche – je größer desto besser!


Erforderliche technische Ausstattung:
  • Filter (Hamburger Mattenfilter empfohlen),
  • Sonnenlampe (Lucky Reptile Bright Sun UV 50W und 35 W bei mir im Einsatz),
  • Pflanzenbeleuchtung, falls bright sun bzw. Wärmelampe/Standort  nicht ausreichend
  • Aquariumheizung (zwischen 22-27 Grad)


Futter und seine Beschaffung:

Lebendfutter: junge Achatschnecken, Spitzschlammschnecken, Regenwürmer, es gehen natürlich auch alle möglichen anderen Insekten
Frostfutter: Garnelen, Bachflohkrebse, Muscheln, Stinte, Moderlieschen, Mückenlarven, Mysis, eher selten mal Forellenfilet, Hühnerherzen,Puten- oder Hühnchenleber
Trockenfutter: eher selten Sticks (Tetra Reptomin), hochwertige Koipellets, getrocknete Garnelen, Regenwürmer und Bachflohkrebse
Kalk: Kalk in Form von Sepiastücken und/oder Schneckengehäuse sollten immer zur Verfügung stehen, vor allem bei Jungtieren und Eier legenden Weibchen. Von abgekochten Eierschalen bin ich aufgrund von zweifelhafter Verwertbarkeit ein wenig abgekommen.


Vergesellschaftung:

Generell eher unverträglich. Ich würde unbedingt zur Einzelhaltung raten und zwar von klein auf.

Eine Vergesellschaftung mit ruhigeren und anspruchsmäßig dazu passenden Fischen und Garnelen ist dagegen meist völlig unproblematisch.

Inkubation:

Bei 27-29 Grad, 100-160 Tage, kann aber je nach Verlauf auch mal durchaus Monate dauern. Schlupfgewicht 4-6 g.

Aufzucht:

Die kleinen Kinosternon cruentatum Jungtiere sind nach dem Schlupf erst mal in kleinen übersichtlichen Becken aufzuziehen. Mein Anfangsbecken nach dem Ei hat die Maße 30 cm x 20 cm x 20 cm mit einem Wasserstand von ca. 3-5 cm. Später 40 cm x 25 cm x 25 cm, dann auch mit Wasserstand von 10 cm und mehr. Als Bodengrund ist etwas Sand, ansonsten ist das Becken gut strukturiert mit Pflanzen und Wurzeln. Als zusätzliche Deckung schwimmen auf der Wasseroberfläche noch ein paar Schwimmpflanzen wie Büschelfarn und Wasserlinsen und etwas Eichenlaub in einer Ecke.

Dieses Becken wird erst mal wegen dem geringen Wasserstand nicht gefiltert, sondern nur alle paar Tage ein Komplettwasserwechsel vorgenommen. Auch deswegen habe ich ein paar Eichen- oder Buchenblätter mit drin, damit die abgegebene Huminsäure etwas desinfizierend wirken kann. 


Die Wassertemperatur beträgt 25-27 Grad. Zum Anfüttern am Anfang funktioniert ganz gut kleines Lebendfutter wie Artemis, Mückenlarven, Wasserflöhe (Daphnia), die es in jeder gut sortierten Zoohandlung zu kaufen gibt.

Natürlich gehen auch eigene Fänge aus der Regentonne. Ansonsten sind kleine Kinosternon wenig schwierig. Sie gehen nach wenigen Tagen so ziemlich direkt an alles, was ihnen angeboten wird. Auch diverses Frost- und Trockenfutter wird nicht verschmäht.

Die Futtergröße sollte nur der kleinen Schildkröte etwas angepasst sein. Nach einiger Zeit kann so ein Tierchen dann auch in ein größeres Becken umziehen z.B. 60 cm x 30 cm x 30 cm, welches dann auch entsprechend gefiltert werden kann. Der Wasserstand sollte immer nur vorsichtig und allmählich angehoben werden, damit das Tier Zeit hat, sich an diesen zu gewöhnen. Auf eine gute Strukturierung und Klettermöglichkeiten ist auch hier unbedingt zu achten.

Nach einigen Wochen/Monaten können die Tierchen in Endgrößenbecken leben. Am Anfang finde ich die kleineren Becken aber zur besseren Kontrolle und Überwachung übersichtlicher. Die Jungtiere werden einzeln groß gezogen, da es oft selbst bei den Kleinsten zu Stress, Unterdrückungen und Aggressionen kommen kann. 

Die kleinen Kinosternon wachsen recht zügig. Man muss mit Futterpausen eher gegen steuern, als aufpäppeln. Die Tiere bleiben ca. 2 Monate bei mir bis sie dann zum neuen Futtergeber wechseln dürfen.

So hat man doch wenigstens einen Zeitraum um zu schauen, ob es dem Tier gut geht, es sich gut entwickelt, gesund ist und vor allem dass es Futter fest ist und der neue Halter keine Probleme hat, weil das kleine Tierchen auf einmal seine angebotenen Futtersorten nicht frisst.

Bei Übernahme eines Jungtieres ist auf Folgendes achten:

  • Wasserstand etwa 10-15 cm bei wirklich guten und ausreichenden Klettermöglichkeiten wie Hamburger Mattenfilter, große Wurzeln bis zu Wasseroberfläche, entsprechende Aufstiegshilfen zum Landteil, gute Bepflanzung, u.s.w. Es müssen genügend Ausruhmöglichkeiten an der Wasseroberfläche vorhanden sein.
  • Die Beleuchtung sollte beim Neueinsetzen noch paar Stunden brennen, damit das Tierchen sich umschauen und zurecht finden kann.
  • Wassertemperatur so um die 25 Grad. So sind sie es bei mir erst mal gewohnt gewesen.


Jungtier ca. 9 Monate alt.

Weitere Infos:

www.klappschildkroete.de/
www.zierschildkroete.de/


Literatur:

Maik Schilde "Schlammschildkröten"

Sebastian Nickl "Pflege und Vermehrung der Rotwangen-Klappschildkröte (
Kinosternon scorpioides cruentatum)" - Marginata Nr. 31, Sept-Nov. 2011, Jahrgang 8(3)

Sebastian Nickl "Haltung und Zucht der Rotwangen-Klappschildkröte Kinosternon scorpioides cruentatum" -
Radiata Heft 3/2009

Carl D. May "Die Rotwangen-Klappschildkröte, Kinosternon scorpioides cruentatum, in menschlicher Obhut"
Schildkröte im Fokus Heft 3/09


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www.das-schildkroetenforum.com


 
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